Lehren aus dem Krisenjahr 2020


Die vergangenen Monate haben in unser aller Leben massive Spuren hinterlassen. Nach meiner Beobachtung sind diese Spuren bei drei Gruppen besonders ausgeprägt. Den Jugendlichen und jungen Familien, den vielen Selbstständigen und Gewerbetreibenden und den älteren Menschen in den Pflege- und Altersheimen. Sie alle haben geleistet und leisten weiterhin sehr besonderes und verdienen unser aller Respekt und Anerkennung. Wenn ich diese drei Gruppen aufzähle, möchte ich die vielen anderen Betroffenen keineswegs ausgrenzen. Die Pandemie hat uns alle menschlich und wirtschaftlich an fundamentale Grenzen geführt. In der „Zeit nach Corona“ werden wir uns fragen, welche Lehren wir alle aus diesen Monaten «Sondersettings unseres Lebens» ziehen werden.

Weitere Aspekte der Coronakrise erleben wir in den vielen betroffenen Institutionen und Unternehmen. Wir alle haben uns noch vor kurzer Zeit nicht vorstellen können, dass in sehr vielen Unternehmen, von einer „Entspannungspause“ im Sommer und Frühherbst abgesehen, seit dem März 2020 bis jetzt fast durchgehend „Krisenmodus“ herrschte. Nicht selten ist mittlerweile die Zahl von 120 Sitzungen der Krisenstäbe erreicht oder überschritten worden. In dieser Zeit konnten wir im intensiven Austausch mit den Vertretern namhafter Unternehmen die jeweiligen Entwicklungen darstellen und uns sehr offen auch zu kritischen Themen austauschen. Es ist nicht überall so gut gelaufen, wie die öffentlichen Verlautbarungen den Eindruck erwecken sollten. An dieser Stelle sei nochmals allen Mitwirkenden gedankt.

Die folgenden Punkte aus den Diskussionen seien beispielsweise genannt:

  • Pandemiepläne griffen häufig zu kurz
  • Die Chance zum „Lessons learned“ wurde im Sommer häufig vertan
  • Die Rollen- und Entscheidungsfindung und Führung im Krisenstab stellt eine grosse Herausforderungen dar
  • Internationale Koordination und virtuelle Krisenstabarbeit erfordern neue Lösungen
  • Home-Office wird unsere Gesellschaft verändern.
  • Das gleichzeitige Auftreten von COVID 19 und einer Ransomware Attacke stellt die Unternehmen unter besonderen Stress
  • Die besonders wichtigen und schützenswerten Güter in einem Unternehmen sind ihre Daten
  • Die Corona-Krise hat die Digitalisierung um mindestens fünf Jahre nach vorne getrieben und die Anforderungen an digitale Lösungen verstärkt
  • Die Vernetzung von Lösungen und deren skalierbare Verfügbarkeit durchdringt alle Bereiche
  • Neue Techniken wie MS Teams setzen sich durch
  • Die Akzeptanz von Cloud-Services hat zugenommen, weil deren Sicherheit gestiegen und deren Verletzbarkeit gesunken ist
  • Unter «One Security» wird Unternehmenssicherheit und die IT-Abteilung verschmelzen

Neben den klassischen Themen zum Krisenmanagement treten die zukünftigen Anforderungen stark in den Vordergrund. Es müssen neben dem methodischen Vorgehen in einer Krise auch Kompetenzen in digitaler Kommunikation, digitalem Krisenmanagement, Datenschutz, Cyber Security sowie Krisenkommunikation über «alte» Medien und Social Media aufgewiesen werden; das sind Basisanforderungen von heute , die morgen sicherlich noch wichtiger werden.

Eine zukunftsfähige Krisenmanagementanwendung muss einem Unternehmen ermöglichen, über Schnittstellen, vorhandene Lösungen wie Alarmierungstools, Ereignismeldesysteme, Kollaborations-tools oder Programme wie Office365 mit der Krisenmanagementanwendung zu vernetzen und kostengünstig in die bestehende IT-Systemlandschaft zu integrieren. Unsere Zukunft hängt von der Interaktivität der Teilsysteme ab. Die Corona Krise hat an diesen Schnittstellen zu neuen Erfahrungen geführt, die unsere Zukunft verändern und verbessern werden.

In dem obrigen Schaubild sind erste Überlegungen dargestellt. Weitere Ideen haben wir in einer Präsentation und einem Artikel dargestellt, die wir über unsere Internetseite gerne zur Verfügung stellen. Wenn Sie die dargestellten Gedanken vertiefen wollen, sprechen Sie uns bitte an und vereinbaren Sie einen Termin zu einem vertiefenden Austausch über die dargestellten Möglichkeiten.

Eine unserer grundlegenden Aussagen zum Thema Krisenmanagement ist, dass ein strukturierter Entscheidungsfindungsprozess in einer hocheskalierten Lage das Kernelement darstellt. Diesen Prozess zu steuern ist die wesentliche Aufgabe des Leiters eines Krisenstabes. Wir unterstützen ihn bei dieser Aufgabe mit unserem Krisenmanagementtool DEMiOS 3. Dieser Ansatz wird jetzt aber auch in dem kürzlich vorgelegten Entwurf für einen Krisenmanagementstandard der ISO verfolgt. In ISO CD 22361 wird die Bedeutung der Entscheidungsfindung besonders hervorgehoben und eine Vorgehensweise empfohlen, die unserer Methodik entspricht.

In den letzten Monaten haben die Ransomware Attacken auf Unternehmen massiv zugenommen. Es ist zu früh, um zu beurteilen, ob die Arbeit aus dem Homeoffice die IT Sicherheit in den Hintergrund hat treten lassen. Erforderlich ist aber jedenfalls, dass das Sicherheitsbewusstsein bei den Mitarbeitenden erheblich gestärkt wird. Auf diesem Gebiet sind wir mit KnowBe4 eine Partnerschaft eingegangen. Unsere beiden Unternehmen bieten Ihnen damit diverse Tools und eine eLearning-Umgebung an, die ihresgleichen sucht. Unternehmen haben zum Beispiel die Möglichkeit, das Risiko einer möglichen Phishing-Attacke simulieren zu lassen, den Phishing Reply Test (PRT). Mit ihm kann ein Unternehmen schnell und unkompliziert feststellen, ob und wie viele seiner Mitarbeiter in Schlüsselabteilungen auf hochgradig zielgerichtete Phishing-Angriffe hereinfallen.

Unsere Veranstaltungen werden angesichts der derzeitigen Corona Situation bis auf weiteres nur online stattfinden. Sobald es die Situation erlaubt, werden wir neben unseren Webinaren auch wieder eigene Seminare anbieten.

Wir wünschen uns allen ein schönes Weihnachtsfest und insbesondere, dass diese schwierige Situation bald vorübergeht. Bleiben Sie gesund.

 

Klaus Bockslaff und Mathias Götsch

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